Seit 1903 findet die Tour de France jährlich statt (die Jahre des 1. und 2. Weltkrieges ausgenommen).
Doch gerade weil das Rennen so bedeutungsvoll ist, ist auch das Thema Doping von jeher ständiger Begleiter der Tour. Sieht man sich einmal die Entwicklung der gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit an, wird deutlich, welche Rolle unerlaubte Substanzen im Radsport offensichtlich spielen.
Während die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit der führenden Fahrer im Jahr 1903 bei 25,7 km/h liegt, fährt Lance Armstrong 1999 erstmalig über 40 km/h.
Zum einen hat sich mit der Zeit die Streckenlänge geändert – die Etappen sind nur noch halb so lang wie früher.
Zum anderen ist das Equipment über die Jahre immer besser geworden (so ist der Einsatz einer Gangschaltung erstmalig ab dem Jahr 1937 erlaubt).
Und sicherlich sind auch die Trainingsmethoden optimiert worden. Damit allein lässt sich jedoch der auffällig starke Anstieg der Leistungen seit Ende der 80er nicht erklären.
Fakt ist, dass auch die Dopingmethoden stetig verbessert werden. Während zu Beginn der Tourgeschichte noch mit solch banalen Dingen wie Kaffee und Alkohol, später dann mit der Einnahme von Amphetaminen gedopt wird, sind mittlerweile sehr hochwirksame die Leistung steigernde Mittel wie zum Beispiel EPO im Umlauf.
Der erste Dopingtest wird am 28. Juni 1966 in Bordeaux durchgeführt. Ärzte kontrollieren die Fahrer auf Nadeleinstiche und auch Urinproben werden genommen.
Das erste Todesopfer, das nachweislich auf die Einnahme von Amphetaminen zurückgeführt werden kann, ist Tom Simpson im Jahr 1967. Er stirbt an einem Herzinfarkt während der Tour.
Sind es früher nur Einzelfälle gewesen, häufen sich in der jüngsten Geschichte der Tour de France die Fälle von Massendoping bzw. systematischem Mannschaftsdoping.
Die Tour der France und das Doping – ein scheinbar unzertrennliches Paar!